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„Lasst und lieben, auf das wir geliebt werden!“
Junus Emre, 13. Jhd.

Türkei - Heimat des Glaubens und die Wiege der Menschheit
 

  • Ich habe versucht, ihn am Kreuze der Christen zu finden, aber er war nicht dort.
  • Ich bin zu den Tempeln der Hindus und in die alten Pagoden gegangen, aber ich konnte nirgends auch nur eine Spur von Ihm finden.
  • Ich habe auf den Bergen und in den Tälern gesucht, aber weder auf den Höhen noch in den Tiefen war ich in der Lage, Ihn zu finden.
  • Ich bin zur Kaaba nach Mekka gegangen, aber auch dort war er nicht.
  • Ich habe Gelehrte und Philosophen befragt, aber Er überstieg ihr Begriffsvermögen.
  • Dann aber habe ich in mein Herz gesehen, und dort, wo er wohnt, habe ich Ihn gesehen. Nirgends sonst ist er zu finden.

Mevlana, 13. Jh.

Konya, das römische Iconium, ist eine der ältesten ständig besiedelten türkischen Städte, war im 12. und 13. Jahrhundert die Hauptstadt des seldschukisch-türkischen Staates und eines der bedeutendsten kulturellen Zentren seiner Zeit. In dieser Epoche kultureller, kommerzieller und religiöser Blüte gründete der Mystiker und Religionsphilosoph Mevlana Dschelaleddin Rumi seinen Sufi­ Orden der Tanzenden Derwische.

Die mit türkisfarbenen Kachelnverkleidete Gruft des Mevlana ist das bekannteste Bauwerk Konyas.

 

Das anliegende Derwischkloster ist heute ein Museum mit Manuskripten, Gebrauchsgegenständen und Musikinstrumenten aus der Klosterzeit. Alljährlich in der ersten Dezemberhälfte zelebriert der noch aktive Orden eine Mevlana-Gedenkfeier mit dem jeden Zuschauer faszinierenden Tanz "Sema" der in weiße, weite Gewänder gehüllten und sich wie in Trance drehenden Ordensangehörigen, begleitet von uralten Klängen.

Sehenswerte Bauwerke sind die Karatay-Medresse, heute ein Museum, in dem die wunderbaren seldschukische Kacheln bewundert werden können. In der Nähe steht die Minareli-Medresse (Baujahr 1258), die sich durch ein geradezu barock anmutendes seldschukisches Portal auszeichnet.

Südlich von Konya liegt Binbirkilise (TausendundeineKirche) ein geheimnisvolles Gebiet mit den für das Christentum bedeutenden Stätten Lystra (Hatunsaray) und in Karaman befindliche Derbe (Kerti Höyük).

Nordwestlich von Konya bei Eskisehir liegt Seyitgazi. Auf dem Hügel, der sich bei Seyitgazi erhebt, steht ein beeindruckender Moscheenkomplex aus dem 13. Jhd. zum Genken an Seyyit Battal Ghasi, einen heldenhaften Kommanten aus dem Feldzug gegen die Byzantiner.

Nordöstlich von Seyitgazi befindet sich Dorf Sariköy. Hier liegt der Dichterphilosoph Yunus Emre begraben, der in schlichten und bis heute Worten an die Menschheit um Nächstenliebe und Toleranz appellierte. 1991 war das Jahr der Toleranz, zu dem die UNESCO im Namen von Yunus Emre aufgerufen hatte.





Textquelle: Ministerium für Kultur und Tourismus - überarbeitet und ergänzt von: Peter Kaiser
Foto: Ministerium für Kultur und Tourismus


 

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