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Das Vermächtnis des
Heiligen St. Nikoalus
Türkei - Heimat des Glaubens und die Wiege der Menschheit
Lykien, ein antikes
Königreich westlich von Antalya, war das Gebiet der Edlen Nobilitäten.
Es waren Gelehrte, die eine vom Humanismus und Toleranz geprägte
Einstellung zum Leben hatten sowie Kultur und Kunst liebten. Sie waren
im vierten nachchristlichen Jahrhundert weit verbreitet. Im folgenden
Jahrhundert verbreiteten sich die Gedanken der Edlen, denen auch St,
Nikolaus angehörte, der Humanismus und Toleranz nicht nur als Theorie
vortrug, sondern auch in der Praxis danach handelte, in der ganzen
westlichen Welt.
Nikolaus wurde am 6, Dezember
240 in der Hafenstadt Patara geboren. Nach dem Tode seiner Eltern fiel ihm
deren beachtliches Vermögen zu, das er jedoch nur dazu verwandte, um die Not
anderer Menschen zu mildern. Dabei gab er nie zu erkennen, dass er der
Wohltäter war, da seiner Überzeugung nach gute Taten niemals an die große
Glocke gehängt werden sollten. Nikolaus zog nach später nach Myra um, wo er
Bischof war.
Hier die verbürgte Geschichte
seiner Bischofswahl:
Jeden Tag verrichtete Nikolaus
sein Morgengebet in der Kirche. Eines Morgens jedoch wurde er von
Kirchenvertretern erwartet, die ihm zujubelten und riefen: „Hoch lebe
unser neuer Bischof!"
Nikolaus traute seinen Ohren
nicht und fragte sie, was das bedeute. Sie antworteten:" Unser alter
Bischof ist vor einigen Tagen gestorben. Seitdem quälen wir uns mit der
Frage, wer ihm ein würdiger Nachfolger sein könnte. In der vergangenen Nacht
beteten wir um eine Antwort, und wir hörten eine Stimme, die uns riet, den
ersten Mann, der am kommenden Morgen die Kirche betreten würde, zum neuen
Bischof zu bestimmen.
Deshalb haben wir die Nacht hier
verbracht und auf die erste Person gewartet, die die Kirche betreten wird.
Und das wart Ihr. „Hoch lebe der Bischof von Myra!" So geschehen im
Jahre 285. Bis zu seinem Tode vollbrachte Bischof Nikolaus viele Wunder und
gute Taten. Er bewahrte Myra vor einer Hungersnot, viele Seefahrer vor einem
Schiffbruch, viele Notleidende vor Hunger und viele Unschuldige vor Strafe.
Besonders gütig jedoch war er
gegenüber Kindern und armen jungen Mädchen, deren spärliche Mitgift er
oftmals vermehrte.
Bischof Nikolaus starb im
Jahre 342 in Myra. Myra ist heute ein beliebtes Urlaubsziel, an dem viele
Menschen gerne ihr Weihnachtsfest verbringen und vor allem die Kirche des
Heiligen St. Nikolaus besichtigen, die die Bürger Myras ihrem verehrten
Bischof zum Gedenken erbauten. Hier steht auch sein Sarkophag. Im
Mittelalter jedoch wurden seine Gebeine geraubt und nach Bari in Italien
gebracht, wo sie seit Jahrhunderten verehrt werden. Der Geburtstag des
später heilig gesprochenen, am 6. Dezember, wird in der christlichen Welt
immer noch gefeiert und St. Nikolaus taucht als Weihnachtsmann erneut zum
Fest der Geburt Jesu auf.
Sehenswert sind die
großartigen Felsengräber in Myra, die in die sich hinter dem Theater
erhebende Bergwand eingemeißelt sind. Von Dalyanagizi (Andriace) kann man
mit dem Boot nach Kekova fahren. Kekova heißt auch das gesamte Gebiet mit
seinen vielen kleinen Inselchen, darunter die St. Nikolaus-Insel. Das Gebiet
ist bekannt für eine überwältigende und sich laufend ändernde Farbenpracht,
die man mit der auf den Werken des genialen Malers van Gogh vergleichen
könnte.
Westlich von Kekova liegt das
freundliche Mittelmeerstädtchen Kas mit romantisch verwinkelten Gassen
vollen interessanter Geschäfte mit türkischem Kunsthandwerk und umgeben von
zahlreichen größeren und kleineren Buchten, die mit kleinen Booten von Kas
aus in kurzer Zeit erreichbar sind und in denen man herrlich schwimmen und
tauchen kann.
Kas (Antiphellos)
gehörte einst zum Reich der Lyker, deren eindrucksvolle Sarkophage noch
überall, manche auch im Wasser, herumstehen, Der größte steht mitten um
Städtchen. Zahlreiche Ruinen zeugen von vergangenen Zeiten. Die Mythologie
berichtet, dass auch Apollo, der Gott des Lichtes in Patara geboren ist.
Heute rühmt sich Patara einer der weltweit zehn schönsten Familienstrände
voll reinen, weißen Sandes. Mit einer Länge von rund 22 km lang ist er auch
ideal für alle Arten von Wassersport.
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